Kohlenhydraten machen SOFORT dick… Ach ja!?
In Deutschland hat es sich eingebürgert zu glauben, dass man nach 18.00 Uhr durch den Verzehr von Kohlenhydraten sofort dick wird. Wie muss ich mir das vorstellen bitte? Im Körper sitzen die Kohlenhydrate vor einer Stechuhr und beim Verzehr um 18:05 Uhr stempeln sie sich ein und sagen: „Ah, ok. 18:05 Uhr. Jetzt mache ich dich fett“!
In Frankreich gehört es zur Kultur, auch nach 18.00 Uhr noch exzellent und mit vielen Kohlenhydraten, insbesondere dem „bösen“ Weißbrot, das Leben zu genießen.
Sind denn nun alle Franzosen dick? Oder liegt es vielmehr an den Kohlenhydraten, die einfach nicht die Uhrzeit lesen können? Oh, mais non, quel malheur, ist das der große Zeigeeehr? Isch weiß nischt 🙂
Dieser Artikel betrachtet in einfacher Weise und ohne große wissenschaftliche Studien wann Kohlenhydrate das Abnehmen unterstützen und wann eher behindern.
Definition Kohlenhydrate und Wirkung:
Kohlenhydrate gehören zu den wichtigsten Energielieferanten des Körpers und können nach ihrem Molekülaufbau in verschieden Zuckerformen unterteilt werden.
Einfachzucker (Monosaccharide), Zweifachzucker (Disaccharide) und Vielfachzucker (Polysaccharide).
Sie gehören zu den lebensnotwendigen Nährstoffen zusammen mit Protein/Eiweiß und Fett. Mit dem Unterschied, das der Körper Kohlenhydrate in Notsituationen, aber auch durch dauerhaft darauf ausgelegte Ernährung, selbst herstellen kann.
Für Proteine und Fett gilt das nicht. Zu Lebensmitteln aus Einfachzucker gehören u.a. Traubenzucker und Fruchtzucker. Zweifachzucker findet sich wieder als Haushaltszucker, Milchzucker, Rohr- und Rübenzucker. Das sind die Lebensmitteln, die uns besonders locken, wie Schokolade, Honig, Marmelade usw.
Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Getreide und Gemüse sind die Lieferanten von Vielfachzucker.
Und warum machen Kohlenhydrate nun dick…?
Kohlenhydrate alleine machen schon mal überhhaupt nicht dick. Kohlenhydrate sind aber vor allem eins: ENERGIE und Antrieb für den Körper. Kohlenhydrate werden im Körper in Form von Glykogen gespeichert und dienen ihm als Energielieferant. Als Speicher dienen dabei die Leber und die Muskeln. Sind die Speicher erschöpft, also voll, oder der Zucker wird nicht direkt durch körperliche Aktivität verbraucht, gibt es für den Körper nur eine Lösung der Weiterverarbeitung:
Er muss die Kohlenhydrate in Fett umwandeln um den Überschuss zu speichern. Zudem steigt zu jeder kohlenhydratreichen Mahlzeit der Insulinspiegel des Körpers. Insulin wird benötigt, um diesen schnellen Kohlenhydrate/Glukoseanstieg auszugleichen. Als Speicherhormon ist es dafür verantwortlich, das überschüssige Energie in Form von Fett für karge Zeiten eingelagert wird. Es kann also schon früh am Tag heißen: „Oh, schon nach 18.00 Uhr? Alles klar, Fett speichern.“ Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel bedeutet, dass nicht nur Kohlenhydrate in Form von Fett gespeichert werden, sondern gespeichertes Fett auch nicht mehr hergegeben wird.
Und als Läufer, gerade mit Hinblick auf lange Strecken, wollen wir das überhaupt nicht.

